05.11.2024
An den Glocken-Arbeiten in der evangelisch-reformierten Kirche in Hinte Loppersum beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) als Destinatärin der Lotterie GlücksSpirale mit 30.000,00 €. Das Gotteshaus gehört nunmehr zu den über 520 Objekten, die die DSD aus privaten Spenden, ihren Treuhandstiftungen sowie aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.
Die Ansiedlung Hinte wurde erstmals um das Jahr 1000 erwähnt und war der Sitz zweier Häuptlingsfamilien. Von den ursprünglich zwei Burgen wurde die Westerburg 1436 zerstört. Die Osterburg hingegen hat die Zeit überdauert und bildet heute zusammen mit der nahegelegenen ehemaligen Probsteikirche St. Martinus aus dem 16. Jahrhundert, dem Burgpark und der Vorburg ein beeindruckendes historisches Ensemble. Der auf einer Wurt gelegene Ortsteil Loppersum wird erstmals 1379 erwähnt, war jedoch schon früher besiedelt und diente ebenfalls als Häuptlingssitz.
Die heutige neugotische Backsteinkirche in Loppersum wurde 1866 auf den Fundamenten einer älteren gotischen Kirche erbaut. Gemeinsam mit dem freistehenden Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert und dem nahegelegenen Schloss von 1859 bildet sie ein einzigartiges bauliches Ensemble. Der zweigeschossige, breit gelagerte Glockenturm beherbergt drei Glocken, die aus den Jahren 1411, 1743 und 1965 stammen. Die aufwendig gestaltete Kirchenfassade wird von Stützpfeilern und Lisenen gegliedert, und die symmetrisch angeordneten spitzbogigen Fenster verleihen dem Gebäude eine harmonische Struktur. Ein breites Traufgesims in Form eines Zinnenfrieses bildet den Übergang zum Dach.
In der evangelisch-reformierten Kirche in Hinte Loppersum sollen die Glocken wieder hell erklingen, Bildquelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Weidner.
Im Innenraum der Kirche, der von einer flach gewölbten Tonnendecke überdacht wird, finden sich relativ schlichte Einbauten aus den 1960er Jahren. Eine private Empore ist mit der angrenzenden Burg verbunden, was den besonderen historischen Bezug der Kirche zur Umgebung unterstreicht. Im Chorraum sind zudem Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu sehen, die an die jahrhundertelange Geschichte der Region erinnern. Die Kanzel, ein Werk eines Handwerksmeisters aus Greetsiel, wurde 1865 angefertigt. Die einmanualige Orgel mit neun Registern stammt aus dem Jahr 1868 und ergänzt die Ausstattung der Kirche auf musikalische Weise. Eine Stundenglocke von 1454, "Maria" genannt, befindet sich im Dachreiter der Kirche und erinnert an das hohe Alter des Geläuts. Der freistehende Glockenturm neben der Kirche wird auf das 14. Jahrhundert datiert.
Die GlücksSpirale wurde 1970 eingeführt, um die Bauten der Olympischen Sommerspiele 1972 in München und Kiel mitzufinanzieren. Die Zweckabgaben der Lotterie – seit ihrem Bestehen bundesweit insgesamt über 2,4 Milliarden Euro – werden für gemeinnützige Projekte insbesondere in den Bereichen Sport, Denkmalschutz und Wohlfahrt sowie für Projekte regionaler Organisationen verwendet.