
Alter Steinbrecher in Osnabrück Pye bekommt neues Dach
An der Sanierung des Dachwerks und der Dachabdichtung des Alten Steinbrechers in Osnabrück Pye beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) als Destinatär der Lotterie GlücksSpirale mit 100.000,00 €. Den dazugehörigen Fördervertrag überbrachte symbolisch bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 17. Oktober 2023, Peter Bröker, Ortskurator Osnabrück der DSD, im Beisein von Asmus Weber (LOTTO Niedersachsen) an an Stefan Preitz vom Verein der Dampflokfreunde. Der Alte Steinbrecher gehört nunmehr zu den über 490 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.
Die einstige Steinbrecheranlage in Osnabrück Pye wurde 1927/1928 errichtet und befindet sich zwischen dem alten Bremsberg und dem Steinlagerplatz Vosslinke, rund 200 Meter westlich vom Museum Industriekultur Osnabrück. Sie diente dem Waschen, Brechen und Verladen des abgebauten Materials. Seit 2010 wird das Gebäude vom Osnabrücker Dampflokfreunde e.V. als Abstellgleis, Lager und Werkstatt für historische Eisenbahnfahrzeuge genutzt.
Die Anlage wurde in einem Hang durch mächtige Stützmauern gesichert. Über dem massiven Untergeschoss, in das durch vier Tore Güterwagons einfahren konnten, erhebt sich ein Stahlskelettbau mit Klinkerausfachung. Fenster ohne Laibungen deuten an, wie dünn hier die Gebäudehülle ausgeführt wurde – typisch für Industriebauten dieser Zeit. Der asymmetrische Baukörper wird von einem weitgespannten, flach geneigten Satteldach überfangen. Das Obergeschoss ist im Inneren stützenfrei gehalten und bietet einen riesigen Raum, der in zwei Zonen durch hochrechteckige Fenster belichtet wird.
Nördlich von Osnabrück befindet sich auf dem Piesberg ein reiches Rohstoffvorkommen an Stein- und Kohleschichten. Hier wurde bereits im 15. Jahrhundert obertägig Steinkohle abgebaut. Im 18. Jahrhundert trieb man Stollen und Schächte in den Berg. Intensiviert wurde der Abbau auch wieder durch die Eisenbahnnutzung im 19. Jahrhundert. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden neben Kohle auch Steinvorkommen abgebaut. Zeitweise zählte der Piesberg zu den größten Steinbrüchen Europas. Heute ist der Kultur- und Landschaftspark Piesberg Teil des UNESCO Natur- und Geopark TERRA.vita. Das Naherholungsgebiet bietet Wanderwege, Aussichtspunkte und Industriekultur mit hochwertigen Kulturangeboten.
Die GlücksSpirale wurde 1970 eingeführt, um die Bauten der Olympischen Sommerspiele 1972 in München und Kiel mitzufinanzieren. Die Zweckabgaben der Lotterie – seit ihrem Bestehen bundesweit insgesamt über 2,4 Milliarden Euro – werden für gemeinnützige Projekte insbesondere in den Bereichen Sport, Denkmalschutz und Wohlfahrt sowie für Projekte regionaler Organisationen verwendet.

Bei der Übergabe des symbolischen Fördervertrags (von links): Joachim Meyer, Eberhard Gielich, Stefan Peitz (alle Dampflokfreunde e.V.), Peter Bröker (Deutsche Stiftung Denkmalschutz) und Asmus Weber (LOTTO Niedersachsen). Bildquelle: LOTTO Niedersachsen