10. Januar 2011 Zurück zur Übersicht

Deutscher Lotto- und Totoblock macht 112 neue Millionäre

München. Ein glückliches Jahr ist 2010 für viele Bundesbürger auch dank dem sicheren und transparenten Glücksspielangebot des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) gewesen. 112 neue Millionäre, einen mehr als im Jahr zuvor, hat es über alle Spielarten hinweg gegeben – davon allein 65 beim "Flaggschiff" LOTTO 6aus49. Mit einer Summe von rund 6,5 Milliarden Euro setzten die Teilnehmer um etwa 7,2 Prozent weniger ein als im Vorjahr. Dieses Minus begründet Erwin Horak, Präsident von LOTTO Bayern, dem derzeit federführenden Unternehmen im DLTB, einerseits mit dem Mangel an großen LOTTO-Jackpots, wie es sie im Vergleichszeitraum 2009 mit obendrein 53 Kalenderwochen gleich zweimal in einer Höhe von deutlich über 30 Millionen Euro gegeben hatte. Andererseits verweist Horak aber auf die Abwanderung von Kunden zu illegalen Glücksspiel-Angeboten im Internet. "Bei der Bekämpfung der illegalen Internet-Angebote bestehen große Defizite! Trotzdem hat der Deutsche Lotto- und Totoblock wieder vielen Menschen die Aufnahme in den Club der Millionäre beschert", betont der Sprecher des DLTB.

346 Sechser im LOTTO 6aus49

Der Traum der LOTTO-Spieler von den sechs Richtigen ist im vergangenen Jahr 346 Mal in Erfüllung gegangen. Davon gab es 42 Sechser in Kombination mit der entscheidenden Superzahl. Die Gewinnsumme allein für sechs Richtige (mit und ohne Superzahl) belief sich auf insgesamt 365.514.715,80 Euro. Der mit 16.271.863,50 Euro höchste Einzelgewinn im LOTTO 6aus49 ging am 13. Februar 2010 nach Schleswig-Holstein. Der Schlüssel zum Glück waren hierbei die Zahlen 5, 11, 15, 20, 36 und 48 samt der Superzahl 2. Der höchste LOTTO-Jackpot des Jahres hatte sich in zehn Ausspielungen bis zum 29. Mai aufgebaut. In der ewigen Bestenliste des seit 1955 existierenden LOTTO rangiert die Summe von 21.211.900,40 Euro, die auf zwei in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abgegebene Tippscheine gefallen ist, auf Platz neun. Der zweithöchste Jackpot Im LOTTO 6aus49 war auf rund 20,9 Millionen Euro angewachsen und wurde am 6. November 2010 geknackt. Die Masse der LOTTO-Gewinne verteilte sich allerdings auf die niedrigste Gewinnklasse (drei Richtige), wo über 87 Millionen Euro an Einzelgewinnen mit Quoten zwischen 6,30 und 14,10 Euro ausgeschüttet wurden.

21 neue Millionäre gab es in der Zusatzlotterie Spiel 77, zehn bei der seit über 40 Jahren bestehenden Rentenlotterie GlücksSpirale (jeweils 2,1 Millionen Euro), acht bei Sonderauslosungen, vier bei der Lotterie Bingo, drei bei der rein baden-württembergischen Lotterie Silvester-Millionen und einen bei TOTO. Die höchste Gewinnsumme bei Spiel 77, exakt 5.177.777 Euro, wurde am 6. Oktober in Hessen erzielt, der größte Gewinntopf in der Lotterie Bingo mit einem Volumen von 3.093.124 Euro am 21. Februar in Niedersachsen ausgeschüttet. Allein 27 der neuen DLTB-Millionäre (24,1 Prozent) sind im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zuhause, 19 (17,0 Prozent) in Baden-Württemberg und 18 (16,1 Prozent) in Bayern.

6,5 Milliarden Euro Spieleinsätze

Rund 963 Millionen teilnehmende Spielaufträge mit einem Gesamteinsatz von rund 6,5 Milliarden Euro registrierten die 16 staatlichen Lotteriegesellschaften im vergangenen Jahr. Den Löwenanteil von 62 Prozent steuerte LOTTO 6aus49 bei, für das die Bundesbürger rund vier Milliarden Euro (2009: 4,5 Mrd.) einsetzten. In den Zusatzlotterien Spiel 77 und Super 6 mit einem Anteil von rund 23,5 Prozent am gesamten staatlichen Spielgeschäft lagen die Einsätze konstant bei etwa 1,53 Milliarden Euro (2009: 1,53 Mrd.). Auf dem hohen Niveau des Vorjahres halten konnte sich – trotz des Anstiegs um 24 Prozent in 2009 gegenüber 2008 - die GlücksSpirale mit Spieleinsätzen von rund 246 Millionen Euro (2009: 248 Mio.). Einbußen verzeichneten trotz der Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika die staatlichen Sportwetten. So sanken die Einsätze im Fußball-TOTO (13er-Wette, Auswahlwette 6 aus 45) auf rund 48,4 Millionen Euro (2009: 52,3 Millionen). Bei ODDSET setzten die Teilnehmer im vergangenen Jahr rund 174,1 Millionen Euro (2009: 184,5 Mio.) ein. Einen Rückgang gab es auch der täglichen Zahlenlotterie KENO mit Spieleinsätzen von rund 152,5 Millionen Euro (2009: 157,9 Mio.).

2,5 Milliarden Euro für das Gemeinwohl

Aber auch für das Gemeinwohl machte sich das Angebot des Deutschen Lotto- und Totoblocks 2010 wieder bezahlt. Bundesweit rund 2,5 Milliarden Euro flossen in Form von Zweckerträgen und Lotteriesteuer dem Sport, sozialen und karitativen Zwecken, der Kunst und Kultur sowie dem Umwelt- und Denkmalschutz zu. Die Ausschüttung an die Spielteilnehmer belief sich im vergangenen Jahr auf rund 3,2 Milliarden Euro.

Heftiges Tauziehen um Glücksspielstaatsvertrag

Die politischen Rahmenbedingungen für das staatliche Glücksspiel sind trotz des immer heftiger werdenden Tauziehens um dessen Fortbestand 2010 weitgehend unverändert geblieben. So bestätigten die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs vom 8. September die Zulässigkeit eines ausschließlich staatlichen Glücksspielangebotes. Anbieter aus anderen Ländern dürfen gemäß dem EuGH weiterhin nicht ohne Erlaubnis in Deutschland tätig werden. Auch die Untersagung und Reglementierung von Sportwetten und anderen Glücksspielen im Internet ist in den Urteilen zu Vorlageverfahren bundesdeutscher Verwaltungsgerichte ausdrücklich zugelassen worden. Der EuGH stellte allerdings auch fest, dass die deutsche Gesamtregelung des Glücksspiels von den vorlegenden Gerichten als nicht kohärent angesehen werden könnte. Er wies darauf hin, dass insbesondere das nachweislich am stärksten suchtgefährdende gewerbliche Automatenspiel in Spielhallen konsequent im Sinne des Spielerschutzes geregelt werden muss.

Auch das Bundesverwaltungsgericht stellte in seinen Entscheidungen vom 24. November 2010 fest, dass das auf der Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags bestehende staatliche Monopol für Sportwetten grundsätzlich zulässig und mit höherrangigem Recht vereinbar ist, so weit sich seine rechtliche tatsächliche Ausgestaltung widerspruchsfrei am gesetzlichen Ziel der Suchtbekämpfung orientiert. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag ist es demnach allein staatlichen Anbietern erlaubt, Sportwetten zu veranstalten.

Entscheidung der Länder-Chefs im Frühjahr 2011

Noch keinen Beschluss zur Zukunft der Glücksspielregelung in Deutschland haben hingegen die Länder-Chefs gefasst. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 15. Dezember 2010 in Berlin ist die Entscheidung auf das Frühjahr vertagt worden. DLTB-Sprecher Erwin Horak zeigt sich überzeugt davon, dass die Ministerpräsidenten am bewährten Staatvertragsmodell festhalten, das neben Spielerschutz und Suchtbekämpfung auch erhebliche Finanzmittel für das Gemeinwohl gewährleistet. Insgesamt waren das rund 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. "2011 wird für den DLTB ein spannendes Jahr der Weichenstellung", erklärt der Präsident von LOTTO Bayern im Hinblick auf das Auslaufen des Glücksspielstaatsvertrags in knapp zwölf Monaten. "Der Deutsche Lotto- und Totoblock will und wird auch künftig in vollem Umgang seiner Aufgabe gerecht werden, ein seriöses, transparentes und sicheres Spielangebot bei gleichzeitiger Eindämmung der Suchtgefahr zu unterbreiten. begleitet von der Abführung erheblicher Mittel für das Gemeinwohl", so Horak wörtlich.

Hierfür sind nach Ansicht des DLTB-Federführers aber einige Modifikationen beim staatlichen Glücksspiel- und Sportwettenangebot notwendig. Dazu gehört für ihn die Wiederzulassung des Online-Vertriebswegs für die staatlichen Anbieter. "Viele Kunden wollen in erster Linie im Internet spielen. Wir haben den Auftrag, den Spieltrieb zu kanalisieren, und müssen dazu mit Lotto und ODDSET auch im Internet präsent sein. Freilich geht das nur mit strengen Auflagen - beispielsweise unter Nutzung des Post-Ident-Verfahrens", so Erwin Horak. LOTTO muss seiner Aussage nach ebenso die Möglichkeit haben, bestehende Produkte zu verändern und, um gegen die Konkurrenz im und aus dem Ausland besser gewappnet zu sein, neue Angebote einzuführen – zum Beispiel den Eurojackpot. "Wir müssen den Kundenwünschen ja auch folgen können, um unserem Kanalisierungsauftrag nachzukommen", so der Präsident von LOTTO Bayern.

Beteiligung des Sports an attraktiverem ODDSET

Beim Ausblick auf 2011 räumt Erwin Horak auch der Attraktivitätssteigerung von ODDSET, der Sportwette von LOTTO, hohe Priorität ein. "Nachdem die illegalen Angebote –zumeist im Internet – nicht wirksam unterbunden werden, wollen wir, dass ODDSET konkurrenzfähig wird. Deshalb bitten wir die Länder, eine Ausschüttung von 70 Prozent zu genehmigen", sagt der DLTB-Sprecher, der sich aber auch gleichzeitig für eine unmittelbare Beteiligung des Sports an den Sportwett-Erträgen stark macht. "Das hilft insbesondere dem Breitensport", unterstreicht Horak. Er setzt auf zielführende Entscheidungen der Politik im neuen Jahr: "Wir hoffen darauf, dass der Staatsvertrag und mit ihm das staatliche Glücksspiel - in verbesserter Form - erhalten bleibt."

    Zurück zur Übersicht