8. Mai 2008 Zurück zur Übersicht

Prävention der Glücksspielsucht wird verstärkt

Deutscher Lotto- und Totoblock und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vervollständigen Hilfsangebote

Der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weiten ihre Maßnahmen zur Vermeidung von Glücksspiel- und Wettsucht aus. Unter der Internetadresse www.spielen-mit-verantwortung.de ist es ab sofort möglich, sein eigenes Spielverhalten durch einen Selbsttest kostenlos und anonym zu überprüfen. Das von den Gesellschaften des DLTB unterstützte Testangebot der BZgA gibt direkt Auskunft darüber, ob die Teilnahme am Glücksspiel problematisch einzuschätzen ist und Merkmale von Spielsucht aufweist.
Ergänzend zu dem Selbsttest im Internet hat die BZgA ein individuelles, internetgestütztes Beratungsprogramm entwickelt. Über einen Zeitraum von vier Wochen werden die Spielteilnehmer dabei unterstützt, erste Schritte aus ihrem problematischen Glücksspielverhalten zu machen. Bei Bedarf für eine ergänzende, direkte Beratung wird zu einer der regionalen Beratungseinrichtungen weitergeleitet.
Dr. Friedhelm Repnik, Geschäftsführer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg und Federführer des Deutschen Lotto- und Totoblocks, begrüßte die neu eingerichteten Hilfsangebote. "Die Gefahren der Spielsucht für die Gesellschaft dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Die Maßnahmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind wegweisend im Kampf gegen Spiel- und Wettsucht."
Professor Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betonte: "Die bisher realisierten Maßnahmen sind Teil eines Gesamtkonzepts zur Vermeidung von Glücksspielsucht. Eines der Hauptziele ist es, die Bevölkerung soweit für die Risiken von übermäßigem Glücksspiel zu sensibilisieren, dass eine Ausbreitung spielsüchtigen Verhaltens verhindert werden kann." Um dieses Ziel zu erreichen, sei die Kombination verschiedener Maßnahmen notwendig. Neben gesetzlichen Regelungen zur Eingrenzung von Glücksspielangeboten gehörten dazu bundesweite Aufklärungsmaßnahmen, regionale Informations- und Beratungsangebote sowie Kooperationen mit Suchtpräventionseinrichtungen auf Landesebene. "Nur eine Kombination aus diesen Maßnahmenbereichen gewährleistet die beste Strategie zur Vorbeugung von Glücksspielsucht", so Professor Dr. Pott abschließend.
Wissenschaftliche Schätzungen gehen davon aus, dass über 100.000 Menschen in Deutschland an Glücksspielsucht erkrankt sind. Ein besonders hohes Risiko geht dabei von Internetspielangeboten und Geldspielautomaten aus. Zentrales Ziel des zu Beginn des Jahres 2008 in Kraft getretenen neuen Glücksspielstaatsvertrages ist es, Wett- und Glücksspielsucht zu verhindern und die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen. Vor diesem Hintergrund sind der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereits im Februar 2007 eine Kooperation eingegangen. Beide Partner arbeiten seither gemeinsam daran, die bisherigen Angebote zur Vermeidung von Glücksspielsucht auszuweiten und zu intensivieren.
In einem ersten Schritt wurden die Beratungs- und Informationsangebote sowohl für Spielsuchtgefährdete und Spielsüchtige als auch für betroffene Angehörige erweitert. Hierzu hat die BZgA unter der Nummer 0800 – 1372700 eine kostenlose und anonyme Informations- und Beratungs-Hotline eingerichtet. Die telefonische Beratung kann als erste anonyme Anlaufstelle bei allen Fragen zur Spielsuchtgefährdung und Glücksspielsucht dienen. Bei Bedarf werden Anlaufstellen zum regionalen Hilfeangebot für Spielsüchtige im stationären oder auch ambulanten Bereich genannt.

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